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in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland Ein Informations-Service der AG
Minifossi
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| GRUNDREGELN FÜR DAS GOLDWASCHEN |
Diese Grundregeln wurden für die Teilnehmer der AG MINIFOSSI auf der
Grundlage von 15 Jahren Goldwäscherei ausgearbeitet. Sie sollen eine
erste Orientierung sein - wobei natürlich nichts über eine praktische
Vorführung geht.
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Gold ist 19 (!) mal schwerer als Wasser und wird daher nicht soschnell oder auch sehr weit
transportiert. Das Gold liegt deshalb weniger am unteren Ende einer Kies-Sand-Bank und
auch nicht dort,wo sich viel feiner und heller Sand angesammelt hat. Auch wenn es dort
verführerisch funkelt und glitzert: Lassen Sie sich nicht vom "Katzengold "(Mineralien wie
Muskowit und Biotit) täuschen. Das Gold befindet sich mehrheitlich am oberen Kopf einer
Kiesbank, also dort, wo die grossen Steine dicht an dicht abgelagert wurden.
Jeder Goldwäscher sollte zunächst die Strömungsverhältnisse des Wassers sehr genau
betrachten und den Prallhang (dort, wo die Wasserströmung direkt auf das Ufer trifft und
Material abträgt) - und die Gleithangzonen (wo die Strömung infolge geringer Geschwindigkeit
das mit sich führende Material absetzt: sedimentiert) bei Mäander (Flussbiegungen) feststellen.
Ebenso tiefe Stelle, kleine Wasserfälle oder anstehendes Felsgestein im Bach - oder Flussbett.Bei längeren Vorerkundungen empfiehlt sich die Mitnahme einer guten topografischen Karte
(z. B. Deutsche Grundkarte DG 1:5.000), in man auffallend grosse Felsblöcke, die mitten im
Bach- oder Flussbett liegenund nur bei Hochwasser überschwemmt werden, einträgt. Sie
haben oftdie Funktion eines "Briefbeschwerers" - nur das es eben das Gold ist, was sie
unter sich halten.
Übrigens: Auch das Studium von Sagen, Legenden, Orts-, Gewässer- und Flurnamen sollte
nicht ausser Betracht gelassen werden. Oft findet sich tatsächlich jenes Körnchen Wahrheit
- sprich Gold: Bei uns z. B. im Goldbrunnen im Kleinen Wiesental, im Goldbrunnen bei Alpirsbach,
im Goldbach bei Bernau, im Goldersbach bei Tübingen, im Goldloch bei Urach ...
Und trotz allem aufkeimenden Goldfieber: Schützenswerte Biotopewie z. B. Laichgründe sind
unberührt zu lassen. Ebenso vermeiden wir den industriell-maschinellen Einsatz und wenden
uns gegen den - selbst in Naturschutzgebieten praktizierten - Einsatz von grossem Gerät wie
Bagger, Grossdredge u. ä..
Dass man sehr wohl auch Erfolg ohne einen solchen Maschinenpark - dessen Einsatz nachweislich
immer Belastungen für das Zielgebiet bedeutet - haben kann, zeigen nicht nur die Schüler der
AG Minifossi ...
GROBSAND-GEWINNUNG
Das Seifengold ist in unterschiedlichen Bereichen abgelagert. Im Rhein liegt es beispielsweise in
ca. 30 - 60 cm, in Schwarzwaldbächen oft 40 - 120 cm Tiefe - je nach dem, wieviel Sediment darüber
liegt. Es empfiehlt sich bei kleinen Bächen und Rinnsalen möglichst bis zum anstehenden Gestein
zu graben.
Mit dem Pickel und einem Stemmeisen wird das Fluss- oder Bachbett erstmals aufgelockert. Die
grossen Steine werden sofort stets flussabwärts aufgeschichtet und als Staudamm für das
Waschbrett verwendet.
Die lange Schaufel (möglichst Spezialstahl-Schaufel mit dem physikalisch-optimal hebelnden "Knick")
ist im Wasser immer ruhigund bedächtig nach oben zu führen - da sonst bereits beim diesem
Anhebeprozess wertvolles Material - incl. dem Gold - verloren geht.
Unser Prospektionsteam in voller Montur ...
Das so gewonnene Grobmaterial wird nun auf ein Sieb aufgelegt. Dieses Sieb liegt auf einem
mit Wasser voll gefüllten Eimer. Der Goldwäscher siebt nun das grobe Kies-Sandgemisch
gründlich durch und wäscht im wahrsten Sinne des Wortes. Bei grossen Steinen lohnt sich
das saubere und gründliche Abwaschen, insbesondere der "verklebten" Tonflächen der
Unterseite: Sie sind ideale Goldfänger.
Goldwäscher mit Erfahrungen arbeiten oft direkt in die Waschpfanne - ohne das Material
vorzusieben. Auf Grund unserer Erfahrungen empfehlen wir gerade Anfängern, unseren
Weg einzuschlagen. Jedoch nicht nur Anfängern: Wer zum Beispiel im Schwarzwald Waschgold
finden möchte, fährt mit dieser Methode sicherlich besser.
Zurück zum Siebprozess: Es empfiehlt sich, das gewaschene Kiesmaterial des Siebes so zu
deponieren, dass es weder ins Grabungsloch zurückgeschwemmt noch bei weiteren Arbeiten
stören kann.
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Das Waschbrett wird so in der Strömung plaziert (Seitenströmungen bevorzugen), dass die
Waschrinne beständig und ohne Verwirbelungen durchlaufen werden kann. Das Waschbrett
sollte einen leichten Neigungswinkel nach vorne aufweisen. Das mit einer kleinen Kelle
aufgebrachte Siebmaterial aus dem Eimer darf nicht zu schnell abgespült werden. Es muss
Zeit haben, sich im Kunststoff-Vlies oder in den Rillen der Gummimatte abzusetzen. Niemals
gegen die Strömung in der Rinne arbeiten: Grosse Steine sollten lediglich mit dem Finger in
Strömungsrichtung angetippt werden, jede Aufwirbelung ist zu vermeiden.
Das Waschbrett sollte links und rechts vom oberen Einlauf mit Steinen gegen Verrutschen
oder Abtritten gesichert werden, ebenso auch links und rechts des unteren Auslaufes. Dort
empfiehlt es sich nach ca. gefloateten Eimerfüllungen die Sand-Kiesablagerung wieder zu
entfernen, um den Wasserdurchfluss nicht nachhaltig zu stören. Das Waschbrett darf nie
völlig überflutet werden: Die Faustregel besagt, dass immer bis ein Fingerbreit unter der
Oberkante gearbeitet werden kann. Nur so halten sich die Goldverluste in Grenzen.
Aufgewirbelte Goldflitterchen "reiten" - trotz ihres spezifisch hohen Gewichtes - auf der
Oberflächenspannung des Wassers oder werden durch den wie ein kleines Sandstrahlgebläse
wirkenden Sog in der Rinne mitgerissen.
Nach dem Fixieren und Einrichten des Waschbrettes sollte das Brett nicht mehr verschoben
und schon gar nicht ruckartig bewegt werden! Das gesiebte Material wird nun mit einer Kelle
aus dem Eimer auf den oberen Einlaufbereich (oft trapezförmig) der Rinne aufgebracht. Dabei
ist zu beachten, dass das Material breitseitig und möglichst gleichmässig vom Wasser
erfasst wird.
Grössere Steine, die in den Schikanen (Querrippen) oder auf dem Drahtgeflecht hängen bleiben,
werden kurz mit dem Finger in Strömungsrichtung angetippt. Nach 3 - 4 Eimerfüllung (abhängig
von der Breite der Rinne: Bei schmalen Rinnen schon nach 1 - 2 Eimerfüllungen) wird das
Waschbrett vorsichtig angehoben: Dazu empfiehlt es sich, den Wasserzulauf oben abzusperren
und die Rinne langsam nach oben zu ziehen. Es darf sich kein schneller Wasserablauf bilden:
Er könnte das abgelagerte Schwerekonzentrat aufwirbeln und mitreissen - und damit zu
erheblichen Goldverlusten führen.
Die Rinne sollte sicherheitshalber in Querlage in den Uferbereich gebracht werden: Dann stellt
man die Rinne in einen passenden grossen Eimer, neigt sie leicht und spült mit einer Kelle - noch
besser: mit einer Spritzflasche zunächst das ganze Brett mehrfach mit Wasser ab. Man arbeitet
vorsichtig und vermeidet alles, was das Rinnenmaterial herumspritzen lässt.
Viele Goldwäscher spülen stufenweise die Rinne ab - von unten nach oben und ggf.. sogar das
Waschbrett umdrehen: So dass das Konzentrat im oberen Bereich nicht den langen Weg über
das Vlies macht, sondern "rückwärts" direkt in den Eimer gelangt. Erst dann entnimmt man das
Vlies oder die Gummimatte und reinigt sie gründlich.
Wer mit Vliesen arbeitet, kennt den Trick: Sorgfältig vorort waschen, dann einrollen, zu Hause
richtig trocknen lassen, dann "staubtrocken" auf eine ausgebreitete Zeitung ausklopfen - und
siehe da: Eine oft überraschend reichhaltige Ausbeute von kleinen und kleinsten Flitterchen,
die sich in die Mikro-Feinschlingen des Kunststoffvlieses"versteckt" hatten ...
| GOLDGEWINNUNG |
Doch zurück zum Waschplatz: Nun kann man das Vorkonzentrat der Rinne aus dem Eimer in
die Waschpfanne bringen und sorgfältig verdichten. Durch ruhige Schwingbewegungen soll
erreicht werden, dass sie leichten und schweren Teile sich trennen. Diese Arbeit erfordert sicherlich
Geschick und Geduld und erlernt sich am besten in Begleitung eines "alten Hasen". Kleine
Steinchen werden vorsichtig entfernt und die meist helleren, leichteren Sandteile durch "Abziehen"
bei leicht geneigter Pfanne entfernt. Wird das Konzentrat immer dunkler, muss sehr konzentriert
gearbeitet werden.
Viele Goldwäscher schwenken dann die Pfanne mehrfach schneller an, um bereits schon jetzt
das Gold zu erkennen. Die Profis schaffen es, jetzt das Schwerekonzentrat so zu entfernen, dass
sie die Goldflitterchen mit der Fingerkuppe auftupfen (vorher durch kurzes Anfetten der
Fingerkuppe auf der Gesichts- oder Kopfhaut "haftbar" gemacht) und in einen speziellen kleinen
Behälter (Kunststoff-Röhrchen) mit Verschluss versorgen können.
Als Anfänger ist man besser beraten, wenn man das komplette Schwerekonzentrat mit dem Gold
in einen verschliessbaren Behälter aus Kunststoff (Marmeladen- und Gurkengläser gehen zu
leicht zu Bruch) einbringt und zuhause in aller Ruhe und einem zweiten Auffangbecken quasi
verlustfrei das Gold isoliert.
Übrigens: Ein paar Tropfen Spülmittel erleichtern die Arbeit wesentlich, da sie die Oberflächenspannung
des Wassers erheblich reduzieren und das "Aufreiten" der Goldflitterchen unterbinden - und damit
die Gefahr, beim "Dekandieren" Gold zu verlieren (deshalb auch mit einem Unterbecken arbeiten, das
man dann nochmals durchwäscht: Übung macht den Meister ... - und gleichzeitig ist es eine gute
Kontrolle, wie "fein" man schon waschen kann!)
Eine andere Möglichkeit: Man trocknet das Schwerekonzentrat und entzieht im absolut
staubtrockenen Zustand mit einem starken Magneten die magnetischen Anteile des Konzentrates:
Das erleichtert natürlich das Auswaschen, da diese Anteile das Waschen behindern. Aber vorsichtig:
Obwohl Gold nicht magnetisch ist, empfiehlt es sich, das durch den Magneten abgezogene Material
nochmals in der Pfanne zu kontrollieren. Bei hohen magnetischen Anteilen besteht die Gefahr, dass
auch Gold durch den "Sog" hoch- und mitgerissen werden. Also: Kontrollieren!
Die anschliessende Arbeit sollte man grundsätzlich unter einem Mikroskop - toll ist ein Binokular
- erledigen: Hier erschliesst sich dem Goldwäscher eine neue Welt, ein Mikrokosmos und ein
Erlebnis ohnegleichen.
Vorsichtig werden nun die Goldpartikel isoliert und in ein besonderes Behältnis (nie Goldproben
verschiedener Standorte zusammenschütten) gebracht, beschriftet und nach Möglichkeit parallel
mit einem zweiten Behältnis, das das Schwerekonzentrat der gleichen Fundstelle enthält,
aufbewahrt.
Abschliessender Gedanke: Es sollte für jeden Goldwäscher eine Selbverständlichkeit sein, dass er
von seinem Aufenthalt in derNatur nach Möglichkeit keine sichtbare Spuren hinterlässt: So ist es für
unsere Schüler-AG klar, dass die geschaufelten Löcher wieder zugeschüttet werden und jedweder
Abfall mitm nach Hause genommen wird.
Ebenso wichtig ist es, sich über die Betretungsrechte bzw. Fischerei-Rechteim Klaren zu sein,
bzw. sich v o r dem Waschbeginn zu informieren.
Vorsichtshalber weisen wir darauf hin, dass es in Naturschutzgebieten grundsätzlich nicht erlaubt ist,
Gold zu waschen. Es gibt auch Regionen (z. B. im schweizerischen Tessin) die eine Gebühr verlangen
- und anscheinend sehr restriktiv verfahren, wenn man ohne erwischt wird ...
Deshalb: Nehmen Sie Kontakt mit den Goldwäscher-Vereinen auf - die wissen,
"wo es lang geht"! Übrigens: Goldwäscherkurse bieten mehrere Organisationen
und Exkursions-Spezialisten an!
Es gibt auch sehr lesenwerte Einführungsliteratur: Allen voran das Gold-Buch der
Schweizer Peter Pfander & Victor Jans.
Obwohl Oskar Kühlken´s Titel "Goldwaschen als Hobby"(Passavia-Verlag, Passau) Interessantes
verspricht, ist der Anfänger u n d der Fortgeschrittene mit dem Gold-Buch der beiden Schweizer
Profis sicherlich besser bedient ...
Und nun wünschen wir allen jungen und den bereits erfahrenen
Goldwäscherinnen und Goldwäschern von Herzen
ein besonders reiches Glückauf
und natürlich eine "full pan"!Informationen über Waschbretter, Waschpfannen, Siebe und Schaufeln
sowie anderes Zubehör erhalten Sie über diesen
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