|
in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland Ein Informations-Service der AG
Minifossi
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
AG Minifossi |
![]() |
Plädoyer für das Schwerekonzentrat
Wer kennt es nicht, dieses unbeschreibliche Gefühl, wenn die letzten Waschsandreste plötzlich
das Gold freigeben. Für viele ist damit die Goldwascharbeit getan und sie sind mit ihrem Goldfund
vollauf zufrieden. Als Goldwäscher und Goldsucher gilt dem Gold natürlich das erste und grösste Interesse.
So war es auch bei uns - über 18 Jahre waschen wir am Altrhein und erfreuten uns an den 2 - 4 mm
grossen Flitterchen des legendären Rheingoldes. eit 17 Jahren läuft nun unser schulisches Goldprojekt
und zwischenzeitlich arbeiten wir intensiv auch mit ausserschulischen Experten und professionellen
Einrichtungen zusammen.
Diese Kooperation und die Begegnung mit wissenschaftlichen Arbeitsmethoden brachte es mit sich,
dass wir seit 8 Jahren unseren Augenmerk nicht auf das Gold, sondern auch auf seine begleitenden
Mineralien richten. Und hier besonders auf die spezifisch schweren - also dem, was bis zuletzt gemeinsam
mit Gold und Platin in der Pfanne verbleibt: Das Schwerekonzentrat.
Nur wer dieses Konzentrat einmal unter dem Binokular und von einer Kaltlichtleuchte angestrahlt
bestaunt hat, weiss, dass er keinen "wertlosen Sand" vor sich hat, sondern eine oft farbenprächtige Mineraliensammlung en miniature - nicht selten in vollständig erhaltenen Kristallformen. Eine Augenweide
von ganz eigener Faszination.
![]() |
Schwerekonzentrat
aus dem Südschwarzwald
Foto&
Sammlung AG Minifossi
Neben der Formen- und Farbenästhetik ist das Schwerekonzentrat aber auch wissenschaftlich
Bedeutung: Aus seiner Zusammensetzung können Fachleute wichtige Rückschlüsse auf
geologische und petrographische Fragen ziehen. Insofern bedeutet das Wegwerfen des
Schwerekonzentrates auch in dieser Hinsicht ein Verlust.
Daher wäre es sehr sinnvoll, wenn der Goldwäscher neben dem Gold auch das Konzentrat sammeln
würde (ebenfalls - wie das Gold - nach Fundstellen getrennt, beschriftet und datiert). Durch unsere
vielfältigen Kontakte zu den verschiedenen Goldsucherverbände und Goldwäschervereinigungen
wissen wir, dass es noch nicht viele sind, die Gold und das Schwerekonzentrat sammeln.
Wer sich mit dem Gold beschäftigt, weiss, dass es immer noch viele offene Fragen gibt. Wir selbst
konnten in einem mehrjährigen Prospektionsprogramm allein für den Südschwarzwald 26 neue
Erstnachweise für Gold führen. Das mehrheitliche staubfeine Gold des Schwarzwaldes erfordert
eine sehr genaue Kontrolle der Schwerekonzentrate - und zwang uns, sich intensiver mit der
Zusammensetzung der Mineralien in der letzten Anreicherung zu beschäftigen. Um so - gemeinsam
mit unseren Kooperationspartnern in Forschung und Wissenschaft - gleichzeitig auch einen
Beitrag zur wissenschaftlichen Erforschung der Genese des Schwarzwaldgoldes zu leisten.
Wir wissen, wieviele engagierte Goldsucher und Goldwäscher im deutschsprachigen Raum ihrem
Hobby mit viel Freude und Spannung nachgehen. Nicht wenige mit echter Leidenschaft. Und wir
können nur erahnen, wieviele von ihnen in den kleinen und grossen Bächen und Flüssen fündig
geworden sind. Wir wollen deshalb den Versuch starten, eine besondere Form der Datenbank für
den deutschsprachigen Raum zu erstellen.
So sehr wir Goldwäscher und Goldsucher oft ausgesprochene Individualisten sind und eher im Stillen
und für uns allein arbeiten, so viel geht dabei auch an Wissen und Material verloren - in manchen
Fällen für immer!
Und falls es bei aller grenzüberschreitenden Nähe vielleicht doch nationale Hindernisse geben sollte:
Es steht nichts und niemand im Wege, dass - angesiedelt bei den jeweiligen Goldwäscher- Organisationen
- solche Gold- und Schwerekonzentratproben archiviert und auch für Forschungszwecke zur Verfügung
gestellt werden.
Wir danken alle Goldsuchern und Goldwäschern, die unsere Bitte richtig verstehen und ernsthaft
aufgreifen. Wir danken allen für Ihre Bemühungen und
wünschen jedem von Ihnen von Herzen ein besonderes !
gez. Werner Störk, Projektleiter MINIFOSSI


